BVS Sachsen nimmt am Parlamentarischen Abend des Landesverbandes der Freien Berufe teil.
Einer langjährigen Tradition folgend hatte der LFB Landesverband der Freien Berufe für den Parlamentarischen Abend am 23. September 2026 in den Festsaal der Sächsischen Landesärztekammer Dresden geladen. Der BVS Sachsen war mit vier Vertretern vor Ort, Sandra Oschütz, Manuel Auster, Norbert Nieke und Dirk Hennig nahmen für unseren Landesverband an der Veranstaltung teil.
Die Präsidentin des LFB, RAin Cornelia Süß, ging in Ihrer Eröffnungsrede auf die aktuellen Themen Bürokratieabbau und Digitalisierung ein. Sie verwies zugleich auf die Notwendigkeit der Präsenz und Bewahrung des Rechtsstaates, wie sie am Beispiel der Erhaltung der Arbeitsgerichte in Sachsen demonstrierte.
Der Präsident des Sächsischen Landtages, Alexander Dierks, verwies in einer sehr engagierten Rede auf zahlreiche persönliche Kontakte durch Bekannte, welche als Freiberufler tätig sind. Er würdigte die freiberufliche Tätigkeit als eine besondere Aufgabe. Der Freiberufler übt seinen Beruf im Gegensatz zur angestellten Führungskraft in voller Eigenverantwortung aus. Alexander Dierks wirft aber auch die berechtigte Frage auf: „Wie frei ist der Freiberufler in seiner Berufsausübung?“ Damit schlägt er mit der Aussage „Wir haben viel Raum zur Veränderung“ den Bogen zum Thema Bürokratieabbau. Die Staatsmodernisierung muss weiter vorangehen, dazu braucht es Mut zur Veränderung. Sehr deutlich hebt er hervor, dass die Anfertigung von Analysen nicht ausreicht, sondern wir brauchen eine Vision, einen Weg, welchen wir entlangschreiten müssen, um das Ziel zu erreichen. Bemerkenswert war die Aussage, dass Reformen auch Entbehrungen mit sich bringen, diese sind zugleich der Beitrag zum Wohlstandsversprechen. Ausdrücklich sieht er uns als Freiberufler als Verbündete auf diesem Weg.
Nachdem vielerorts über den Ausbau des Staates, Vergesellschaftung und Einschränkung der Eigenverantwortung diskutiert wird, war dieser Blickwinkel wichtig. Er zeigt, Verantwortung, Engagement und Streben nach positiver Veränderung sind Grundlagen für den weiteren Erfolg jedes Einzelnen und unserer Gesellschaft.
Die Stellvertretende Ministerpräsidentin Petra Köpping betont in ihrem Grußwort ausdrücklich den Bedarf an freien Berufen und deren engagierten Ausübung.
Der Festvortrag „Cybercrime – eine unendliche und wiederkehrende Geschichte“ wurde von Prof. Dirk Labudde, Hochschule Mittweida, gehalten. Er zeigte in einem sehr unterhaltsamen und anschaulichen Vortrag auf, welche Mythen und Mißverständnisse rund um die Themen Internet und Kriminalität herrschen. Er spannte den Bogen vom ersten Computerwurm, den „Morris-Wurm“ im Jahr 1988 bis hin zum heutigen Geschäftsmodell, „CaaS Cybercrime as a Service“. Die KI künstliche Intelligenz wirkt dazu noch als Beschleuniger und macht es Personen einfacher, kriminelle Handlungen zu begehen. Es war teilweise erschreckend zu sehen, welche Möglichkeiten bestehen und wie niedrig Einstiegshürden heutzutage sind, um finanzielle Vorteile zu ziehen. Der Begriff „Underground Economy“ beschreibt diesen „Wirtschaftsbereich“. Leider ist er sehr umfangreich geworden.
Zuversicht gab Prof. Dirk Labudde aber auch mit auf dem Weg. Abwehrmaßnahmen, auch durch KI-gestützte Programme und eine gesunde Vorsicht der Anwender bieten nach wie vor einen gewissen Schutz. Dass die Polizei aber nicht auf eine KI-basierte Aufklärung zurückgreifen darf, war angesichts der Beispiele schwer nachvollziehbar. Vollständig würde der Schutz aber nur, wenn wir alle Stecker zum Internet ziehen, aber das will vermutlich wirklich niemand.
Die Begleitung des Abends durch Micha Winkler & Band unter dem Motto „Café French“ war einfach großartig. Die Leichtigkeit der französischen Lebensweise lag zum Greifen in der Luft!
Der BVS Sachsen bedankt sich für die Einladung zum Parlamentarischen Abend des Landesverbandes der Freien Berufe Sachsen.
Dirk Hennig
Beirat und Fachbereichsleiter Maschinen, Anlagen, Betriebseinrichtung (MAB) und Sonstige